Škrlatica - škrlatna lepotica Juijskih Alp, Škrlatica, queen of Julian Alps

Škrlatica,
Königin der Julischen Alpen

Der zweithöchste Gipfel in den slowenischen Alpen

    Škrlatica – Königin der Julischen Alpen

    Die Škrlatica ist ein 2740 m hoher Gipfel in den Julischen Alpen. Sie ist der zweithöchste Gipfel in Slowenien und der dritthöchste in den Julischen Alpen. Ihre Steilwände locken viele Bergliebhaber an. Der Weg zum Gipfel ist ziemlich anstrengend und daher für Wanderer mit sehr guter Ausdauer geeignet.
    Den schönsten Blick auf die steile Nordwand der Škrlatica, die sich ins Kar Velika Dnina (1900 m) erstreckt, ist von Nordwesten, von der Straße auf den Pass Vršič. Der Gipfel ist ganz besonders schön bei Sonnenuntergang, wenn sich die Bergwände purpurn färben. So bekam Škrlatica auch ihren Namen (slow. „škrlaten“ bedeutet purpurfarben).

    Die Škrlatica ist ein Gipfel in den Julischen Alpen, der sich mächtig zwischen den Tälern Vrata und Velika Pišnica erhebt. Die Škrlatica ist von Nordosten mit der Martuljek-Gruppe über den Gipfel Visoki Rokav (2664 m) verbunden. Der Südwestkamm der Škrlatica fällt zur Felswand Kriška stena hinab. Auf den Gipfel führen verschiedene Wege. Von oben hat man einen wunderschönen Ausblick auf die umliegenden Gipfel, Täler, bis hin zur Adria. So schöne Ausblicke bietet nicht einmal der höchste Gipfel Sloweniens, der Triglav (2864 m).

    Škrlatica, queen of Julian ALps - on the top - Uroš Ledinek

    Auf der Spitze von Škrlatica 2740m
    Foto: Uroš Ledinek

    Die Einheimischen nannten die Škrlatica „Suhi plaz“, was so viel bedeutet wie trockener Bergrutsch. Sie ist nach dem typischen Geröllfeld am Fuße des Rokav-Kamms benannt.

    Ausgangspunkte für den Aufstieg auf die Škrlatica

     

    Auf den Gipfel Škrlatica können Sie sich von drei Ausgangspunkten aufmachen. Der kürzeste Aufstieg auf die Škrlatica erfolgt über den Weg aus dem Vrata-Tal, von 1015 m Meereshöhe aus.

     

    Ausgangspunkt 1: Berghütte Aljažev dom, Vrata-Tal (1015 m)

    Vom Vrata-Tal führt der Weg zuerst durch einen Wald, der in einzelnen Abschnitten steil ansteigt. Der Weg verläuft auf einem steinigen Pfad zwischen niedrigen Sträuchern. Nach ungefähr 1 Gehstunde gelangen Sie auf einen Grashang, von wo sich Ihnen ein wunderschöner Blick auf die umliegenden Gipfel und den Triglav eröffnet. Entlang des Hangs des Gipfels Stenar gelangen Sie zum Biwak IV na Rušju. Das Biwak befindet sich am Fuße des Gipfels Dolkova špica auf 1980 m Meereshöhe. Vom Biwak hat man einen schönen Blick auf die Gipfel Stenar, Križ und einen Teil des Gipfels Dolkova špica. Das Biwak ist ganzjährig geöffnet und bietet Unterschlupf für bis zu 8 Personen.

    Škrlatica, queen of Julian ALps - bivouac IV - Uroš Ledinek

    Biwak IV na Rušju
    Foto: Uroš Ledinek

    Vom Biwak na Rušju führt der Weg über ein Geröllfeld, einen Grashang und über Weiden. Hier werden Sie mancherorts über die 2000 m gelangen und den Südosthang des Gipfels Dolkova špica queren. Die Dolkova špica ist ein 2591 m hoher Gipfel und liegt zwischen den Gipfeln Stenar und Škrlatica. Auf der anderen Seite des Hangs führt der Weg ein wenig bergab in eine Bergmulde, wo der Schnee bis zum Spätsommer liegen bleibt. Danach queren Sie einige flachere Hänge und nach gut 30 Gehminuten geht es steil bergauf zur Kar Zadnji Dolek. Schon bald gelangen Sie zum Ende eines Geröllfeldes, wo der schwierigste Teil des Weges, der Einstieg in die Wand, beginnt. Vor dem Einstieg in die Wand sollten Sie Ihre Wanderstöcke einpacken und den Helm aufsetzen. Ebenso ist das Tragen von Kletterhandschuhen zu empfehlen. Um die Wand zu überwinden, benötigen Sie einige Kletterfertigkeiten und Kraft in den Händen. Der Klettersteig ist mit Drahtseilen, Eisenstiften und Klammern gut gesichert. Der Weg führt über die schwierigere Passage über den glatten und mit Eisenstiften gesicherten Felsen.  Es geht steil bergauf, danach folgt bis zum Ausstieg aus dem Klettersteig eine etwas leichtere Kletterpassage über zerklüftete und schroffe Felsen. Dazwischen gibt es einige wirklich atemberaubende Aussichten auf die steilen Wände und die nahegelegenen Gipfel. Vor dem Erreichen des Bergkamms sollten Sie das Naturfenster der Škrlatica nicht übersehen. Die meisten sehen es erst beim Abstieg. Der Weg auf dem Kamm der Škrlatica ist etwas ebener und dreht dann nach Osten. Auf der Ostseite der Škrlatica gibt es wunderschöne Ausblicke. Sie können die schönsten Gipfel der Julischen Alpen sehen und der Triglav liegt direkt in Reichweite. Auf der Ostseite der Škrlatica liegt die Kar V Kotlu am Fuße der schroffen Rokav-Gipfel, die Nordseite des Triglav, die scharfen „Spitzen“ der Martuljek-Gruppe und viele andere Gipfel.

    Sobald Sie das große Kreuz erblicken, wissen Sie, dass Sie auf dem zweithöchsten Gipfel Sloweniens angekommen sind.

     

    Vom Gipfel Škrlatica öffnet sich ein unvergesslicher Panorama-Ausblick zu allen Seiten. Ganz nah vor Ihnen und in der Ferne erstrecken sich fast alle Gipfel der Julischen Alpen (Triglav, Špik, Ponca-Gipfel der Martuljek-Gruppe, Oltar-Gipfel, Rokav-Gipfel, Dolkova špica, Cmir, Prisojnik, Razor, Mangart, Jalovec u.v.m.).

     

    Schwierigkeitsgrad des Weges

    Für den Weg auf den Gipfel Škrlatica aus dem Vrata-Tal benötigen Sie etwa 5 Stunden und legen dabei etwa 1725 Höhenmeter zurück. Der Aufstieg zum Gipfel Škrlatica ist sehr anspruchsvoll. Die Schwierigkeit ist vor allem die Länge des Weges. Technisch ist der Weg mittelanspruchsvoll. Er ist gut angelegt und mit Markierungen und Wegweisern gekennzeichnet.

    Škrlatica, queen of the Julian Alps - climbing on to the top - Uroš Ledinek

    Kletterwand auf Škrlatica
    Foto: Uroš Ledinek

    Ausgangspunkt 2: Von der Alm Zadnjica (690 m)

     

    Der Aufstieg auf die Škrlatica von der Alm Zadnjica beginnt im Trenta-Tal. Der Weg steigt sehr schnell an und verläuft hoch über dem Tal des Bergbaches Beli potok. Sie queren einige steile Hänge, an denen große Steinschlag-Gefahr besteht. An dieser Stelle ist das Tragen des Schutzhelmes zu empfehlen. Der Weg überquert den Graben Veliki pesek. Hier stoßen Sie schon bald auf das erste Drahtseil. Der Weg führt weiter durch den Wald und durch einige mehr oder weniger exponierte Graben. Er führt dann langsam weiter über die Waldgrenze. Von dort gibt es die ersten wunderschönen Ausblicke auf die Gipfel der Julischen Alpen und den Nationalpark Triglav. Ein wenig höher gelangen Sie zu einem steilen Geröllfeld, von wo sich ein schöner Ausblick auf das Trenta-Tal eröffnet. Entlang des Weges kommen Sie zu einer Abzweigung, wo der Weg zum See Spodnje Kriško jezero führt. Wenn es nicht zu viel ist, sollten Sie einen kleinen Abstecher unternehmen. Besuchen Sie den wunderschönen See Spodnje Kriško jezero, eingebettet zwischen den steilen Wänden der umliegenden Gipfel. Der Weg führt weiter, wie geplant, zur Berghütte Pogačnikov dom na Kriških podih. Entlang des Weges können Sie die wunderschönen Ausblicke auf die Gipfel Planja (2453 m), Razor (2601 m) und Pihavec (2419 m) genießen.

    Škrlatica, queen of the Julian Alps - on the way to the top - Uroš Ledinek

    Entlang des Bergrückens von Škrlatica
    Foto: Uroš Ledinek

    Von der Berghütte Pogačnikov dom geht es weiter Richtung Razor und Križ (2410 m). Ein sehr steiler Weg führt durch die Karstwelt der Felsen von Kriški podi. Am Weg können Sie noch den See Spodnje Kriško jezero und den etwas höher gelegenen See Zgornje Kriško jezero besichtigen. Über einen Steilhang queren Sie den Rand Kriški rob. Sobald Sie den Gipfel der Felswand Kriška stena auf 2289 m Meereshöhe erreicht haben, gehen Sie Richtung Škrlatica. Entlang des Weges queren Sie die Hänge der Gipfel Gubna (2403 m) und Dovški Gamsovec (2440 m). Das nächste Ziel ist die Scharte Rdeča Škrbina, die sich auf etwa 2500 m Meereshöhe befindet. Der Weg führt weiter über ein etwas exponiertes Geröllfeld. Achtung! Hohe Rutschgefahr! Seien Sie vorsichtig! Nach einigen Minuten erreichen Sie das Geröllfeld in der Kar Zadnji Dolek, wo Sie auf den Weg aus dem Vrata-Tal stoßen. Der Weg geht dann weiter in die Südwestwand der Škrlatica. Danach gelangen Sie über den Klettersteig auf den Gipfel Škrlatica.

     

    Schwierigkeitsgrad des Weges

    Für den Weg auf den Gipfel Škrlatica von der Alm Zadnjica benötigen Sie etwas mehr als 8 Stunden und legen dabei etwa 2400 Höhenmeter zurück. Der Weg ist sehr anspruchsvoll und lang, daher ist zu empfehlen, dass Sie für den Aufstieg zwei Tage einplanen. Er ist sehr gut markiert und an den exponierten Stellen mit Drahtseilen gesichert. Der Klettersteig ist mit Drahtseilen, Eisenstiften und Klammern gesichert.

    Der Gipfel Škrlatica wurde erstmals im Jahr 1880 erklommen. Die Gipfelbesteigung gelang erstmals Dr. Julius Kugy sowie den beiden Bergführern Andrej Komac und Matija Kravanja. Auch die Nordwand wurde erstmals von Kugy bezwungen (1896).

    Immer auf dem richtigen Weg

    Verwenden Sie die interaktive Karte, um Ihr perfektes Outdoor-Erlebnis zu finden. Immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort auf dem richtigen Weg.

    Ausgangspunkt 3: Ruski križ (1000 m), Vršič

     

    Von Kranjska Gora können Sie sich auf die Škrlatica über den Vršič-Pass aufmachen. Der Weg beginnt bei der dritten Serpentine auf der Passstraße auf den Vršič. Zuerst geht es bergauf durch den Wald auf weite Grashänge. Sie überqueren den Bach Suha Pišnica und gehen weiter bergauf bis zur Alm Planina v Klinu. Danach geht es weiter bis zur Berghütte Koča na Krnici. Es folgen einige steile Aufstiege und bald verlassen Sie die Waldgrenze am Fuße der Felswand Kriška stena. Auf dem Weg gibt es einige Kletterpassagen über die Felswand Kriška stena. Vergessen Sie nicht, Schutzhelm und Kletterhandschuhe anzuziehen! Folgen Sie den Kennzeichnungen und Markierungen. Der Weg führt weiter in Richtung der Gipfel Križ und Škrlatica. Am Weg können Sie die Gipfel Mala Martuljška Ponca (2501 m) und Velika Martuljška Ponca (2602 m) bewundern. Das nächste Ziel ist die Scharte Rdeča Škrbina, die sich auf etwa 2500 m Meereshöhe befindet. Es folgt ein Weg, auf dem Sie Geröllfelder und einige ziemlich exponierte Abschnitte queren. An dieser Stelle besteht hohe Rutschgefahr, daher ist große Vorsicht geboten. Danach erreichen Sie das Geröllfeld in der Kar Zadnji Dolek, wo Sie auf den Weg aus dem Vrata-Tal stoßen. Der Weg geht dann weiter in die Südwestwand der Škrlatica. Danach gelangen Sie über den gesicherten Klettersteig auf den Gipfel Škrlatica.

     

    Schwierigkeitsgrad des Weges

    Der Weg von Vršič, Ruski križ, auf die Škrlatica ist ziemlich lang und anspruchsvoll. Für den Weg benötigen Sie etwas mehr als 7 Stunden. Wir empfehlen Ihnen,  für den Aufstieg zwei Tage einzuplanen. Der Weg ist sehr anspruchsvoll und markiert. An einigen Stellen sind die Markierungen nicht so gut sichtbar, daher ist größere Aufmerksamkeit erforderlich. Beim Aufstieg überwinden Sie ungefähr 2200 Höhenmeter. Der Klettersteig ist mit Drahtseilen, Eisenstiften und Klammern gesichert.

    Škrlatica, queen of the Julian Alps - View of Mt Triglav - Uroš Ledinek

    Blick auf Triglav vom Weg nach Škrlatica
    Foto: Uroš Ledinek

    Was sollte man mitnehmen?

     

    Wenn Sie sich in den Sommermonaten zu einem Aufstieg auf die Škrlatica aufmachen, benötigen Sie bequeme Wanderschuhe, Wanderstöcke, einen Schutzhelm und ein Klettersteigset zur Selbstsicherung. Wir empfehlen auch Kletterhandschuhe. Da der Weg lang ist, sollten Sie genügend zu trinken und energiereiche Nahrung mitnehmen. Da das Wetter in den Bergen unberechenbar ist, sollten Sie auch warme Kleidung und Kopfbedeckung einpacken.

    Sollten Sie sich für einen Aufstieg auf die Škrlatica in den Wintermonaten oder im Vorfrühling entscheiden, benötigen Sie außer Wanderstöcken, Schutzhelm und Klettersteigset noch Steigeisen und Pickel.

     

    Bei einem Aufstieg auf die Berggipfel sollten Sie immer an das goldene Sprichwort denken: Ein Gipfel ist erst dann erklommen, wenn man wieder sicher am Ausgangspunkt oder im Tal angekommen ist.

     

    Wenn Sie nicht viel Bergerfahrung haben, empfehlen wir Ihnen, sich einen lokalen Bergführer zu nehmen oder gemeinsam mit einem erfahrenen Bergsteiger den Gipfel zu besteigen.

     

    Wir wünschen Ihnen einen sicheren Tritt und viel Spaß in den Bergen.

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